News Übersicht – Landesverkehrswacht Hessen e.V.

Die Verkehrswacht Schlüchtern muss weiterbestehen

Teilnehmer am Arbeitsgespräch in Bad Soden – Salmünster am 27. Oktober 2020

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v.li.n.r.: Bürgermeister Dominik Brasch Bad Soden – Salmünster, Willi Staaf Magistratsmitglied Stadt Schlüchtern, Gerhard Brink Vizepräsident der Landesverkehrswacht Hessen e.V., Alfred Buchhold Schatzmeister Verkehrswacht Schlüchtern e.V., Thomas Jockel Verkehrserzieher Regionaler Verkehrsdienst in Gelnhausen

Die Verkehrswacht Schlüchtern muss weiter bestehen, so die einstimmige Meinung der beiden Bürgermeister Dominik Brasch, Bad Soden-Salmünster, Matthias Möller, Schlüchtern und Gerhard Brink, Vizepräsident der Landesverkehrswacht Hessen e.V.

Die Verkehrswacht Schlüchtern wurde am 16. Oktober 1953 in Schlüchtern gegründet.

Zum Ersten Vorsitzender wurde Paul Kemper gewählt; der letzte Vorsitzende war Ekkehard Schmidt, der im Jahr 2014 verstorben ist. Danach gingen die Aktivitäten in Kindertagesstätten und Schulen stark zurück, wobei die Verkehrswacht vom Schatzmeister Alfred Buchhold am Leben erhalten wurde.

Nicht nur die Städte im „Altkreis“ Schlüchtern vermissen die Verkehrssicherheitsarbeit der Verkehrswacht, sondern auch die Kitas suchten Hilfe für Verkehrssicherheitstraining für ihre Kitakinder und die Senioren für die Durchführung von Veranstaltungen für Verkehrstraining bei der Nachbarverkehrswacht Fulda.

Auch die Landesverkehrswacht Hessen machte sich Sorgen, sodass u.a. der Präsident der LVW Kontakt mit den vielleicht noch aktiven Verkehrswachtmitgliedern suchte. Gerhard Brink appelliert: „Die Arbeit unserer Moderatoren vor Ort ist unverzichtbar. Aber erst, wenn sie nicht mehr da sind, bemerken Einrichtungen, was ihnen fehlt. Wir müssen alles daransetzen, diese wertvolle, manchmal lebensrettende Arbeit für mehr Verkehrssicherheit von Jung bis Alt wieder zu beleben!“

Im Rahmen eines Arbeitsgesprächs im Rathaus der Stadt Bad Soden-Salmünster suchten die Teilnehmer nach Ideen, auf welche Weise die Arbeit der Verkehrswacht Schlüchtern fortgeführt werden könne; dabei war es besonders wichtig, auch Personen, die eventuell im Vorstand mitarbeiten könnten, zu finden.

An dem Gespräch nahmen Bürgermeister Dominik Brasch, Schlüchtern, Magistratsmitglied Willi Staaf, Gerhard Brink, Landesverkehrswacht, Alfred Buchhold, Verkehrswacht Schlüchtern und vom Regionalen Verkehrsdienst der Polizei in Gelnhausen der Verkehrserzieher Thomas Jockel teil

Bürgermeister Dominik Brasch fasste das Ergebnis mit den Worten zusammen:
„Ich bin nicht enttäuscht von dem Gesprächsergebnis, keinen neuen Vorstand gefunden zu haben, sondern durch den Willen der Teilnehmer ermutigt worden, weiterhin aktiv mitzuhelfen, ja mitzusuchen einen neuen Vorstand für die Verkehrswacht Schlüchtern zu finden.“

Willi Staaf ergänzte: „Ich werde in Schlüchtern aktiv Leute ansprechen und werben sowie alles daransetzen, dass die Verkehrswacht weiterbesteht!“

Ein Weg war es auch, über die regionalen Medien nach Personen zu suchen, die Lust haben, sich für eine gute Sache zu engagieren.

Gerhard Brink, der auch als Moderator der Deutschen Verkehrswacht schon mehrmals in Schlüchtern, Sterbfritz und in Elm in Kitas mit Kindern und Eltern gearbeitet hat, appelliert an alle: „Wer ein Herz für Kinder hat und gerne mit Kindern arbeitet, der gehört in unser Team! Diese Arbeit macht Freude und wird auch belohnt nicht nur durch ein Dankeschön der Teilnehmer, sondern auch durch strahlende Gesichter der Kinder!“

Gerhard Brink bietet an:
Wer sich interessiere und mehr darüber wissen möchte, setze sich mit der Verkehrswacht Fulda bzw. mit ihm in Verbindung.

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Mit Rücksicht bleibt’s ein schöner Tag

Der Verkehrsinitiative „Sicher unterwegs in Hessen“, der seit 1993 das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, der ADAC Hessen-Thüringen, der Hessische Rundfunk, der TÜV Hessen und die Landesverkehrswacht Hessen angehören, hat ihr gemeinsames Ziel in den 28 Jahren nicht aus den Augen verloren. Dabei handelt es sich immer um aktuelle Themen der  Verkehrssicherheit.

Die aktuelle Kampagne betrifft das Thema Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr und damit das Recht des vermutlich Stärkeren.

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Foto v. li.: H.-J. Eckhardt, K. Ruppelt, Verkehrswacht

Seit Oktober 2020 hängen an etwa 140 Standorten landesweit großformatige Plakate an Hessens Bundes- und Landesstraßen, so auch an der B 49 in Solms das gut sichtbare Plakat, das von den Mitgliedern der Verkehrswacht Wetzlar H.-J. Eckhardt und K. Ruppelt vorgestellt wird.

Das Plakatmotiv greift den Blick auf das Schema eines Außenrückblickspiegels auf, auf dem eine vierköpfige Familie auf Fahrrädern sitzend mit dem Motto „Mit Rücksicht bleibt’s ein schöner Tag“ lächelnd verharrt.

Radfahren ist gesund, schont die Umwelt und macht Spaß. Da verwundert es nicht, dass immer mehr Menschen in die Pedale treten. Gut ausgebaute Radverkehrsnetze und die Vorzüge des Fahrrades im innerstädtischen Verkehr fördern diesen Trend.

In seiner fast über zweihundertjährigen Geschichte hat sich das Fahrrad vom lenkbaren Laufrad zu einem hoch technisierten Fortbewegungsmittel entwickelt, das seine Verkehrsanteile in den letzten Jahren ständig ausgeweitet hat. Rund 76 Millionen Fahrrädern stehen in Deutschland 47,7 Millionen PKW gegenüber.

Dabei muss festgestellt werden, dass Radfahrer überproportional an Unfällen beteiligt sind. Gleichgültig, ob innerhalb oder außerhalb eines Ortes sind bei den meisten Unfällen mit Radfahrern die Kraftfahrer die Hauptschuldigen, so die Statistik.

Doch es sind nicht nur die Begegnungen zwischen Radlern und Autofahrern, die zur Häufung der Unfälle führen. Vielmehr muss eine zunehmende Aggressivität zwischen den Verkehrsteilnehmern festgestellt werden. Das rücksichtsvolle Miteinander weicht dem Recht des vermeintlich Stärkeren.

Im Konflikt mit dem motorisierten Verkehr ist der Radfahrer das schwächste Glied. Der rücksichtslose Autofahrer und das Recht des Stärkeren sind leider noch immer stark auf unseren Straßen vertreten. Faires, rücksichtsvolles und nicht immer auf dem eigenen Recht bestehendes Fahrverhalten fördert dagegen partnerschaftliches Verhalten und verhindert Unfälle. Aber auch Radfahrer können durch ihre Fahrweise einen Beitrag zu ihrer eigenen Sicherheit und der anderer Verkehrsteilnehmer leisten, wobei das Motto „Vorsicht, Rücksicht und Umsicht“ selbstverständlich für alle Verkehrsteilnehmer, nämlich zu Fuß Gehende, mit dem Fahrrad Fahrende und Motorisierte gilt.

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Lächeln belohnt Rücksicht

Auftaktveranstaltung für Dialog-Displays in Hessen 

Vor immer mehr hessischen Kitas, Schulen, Altenheimen und ähnlichen Einrichtungen weisen lachende oder grimmige Smileys Autofahrer darauf hin, ob sie mit überhöhter oder angemessener Geschwindigkeit unterwegs sind. Im Rahmen der Fortsetzung der Aktion „Ein J für die Verkehrssicherheit“ wurden in diesem Jahr wieder 48 so genannte Dialog-Displays installiert, wie Staatssekretär Jens Deutschendorf, Jürgen Lachner, Vorstandsmitglied ADAC Hessen-Thüringen, sowie der Präsident der Landesverkehrswacht Hessen Klaus Ruppelt am 5. Oktober in Frankenberg mitteilten.

An der dortigen Geismarer Straße hatte der Bauhof eines der Geräte instaliert, nachdem es an Bürgermeister Rüdiger Heß übergeben worden war. Das unmittelbar vor der Edertal-Schule in Betrieb genommene Gerät zeigte sofort seine Wirkung, indem Autofahrer nicht nur durch das grimmige Smiley, durch das sie über ihr Fahrverhalten beurteilt wurden, sondern dass darüber hinaus die Protagonisten auf einer Leiter unter der DD-Tafel stehend besondere Aufmerksamkeit erregten und eine Beeinflussung des Fahrverhaltens bewirkten.

„Wir sind von der Bürgerschaft immer wieder gebeten worden, etwas gegen das zu schnelle Fahren zu unternehmen“, sagte Frankenbergs Bürgermeister R. Heß, als die elektronische Tafel präsentiert wurde. „Die Geschwindigkeitsübertretungen sind ein gesellschaftliches Problem“, meinte Heß.

Auftaktveranstaltung für Dialog-Displays in Hessen

Foto v. li.: Dr. Daniele Sommer, MdL, Jürgen Lachner, Jens Deutschendorf, Klaus Ruppelt, Rüdiger Heß

Die Stadt habe sich als eine von 290 Kommunen bei der diesjährigen Aktion „Ein Smiley für die Verkehrssicherheit“ beworben und eines der 48 in diesem Jahr vom Land Hessen, dem ADAC  Hessen Thüringen und der Landesverkehrswacht Hessen zur Verfügung gestellten Dialog-Displays erhalten. „Das dient der Verkehrssicherheit“, sagte Heß.

„Die Verkehrsdisplays leisten einen wichtigen Beitrag“, bestätigte auch. Staatssekretär Jens Deutschendorf. Sie seien eine besondere Form der Ansprache an die Verkehrsteilnehmer, die sehr gut funktioniere, da sie ein direktes, schnell zu erfassendes Signal abgeben. „Der Effekt ist, dass langsamer gefahren wird“, sagte Deutschendorf.

„Wir glauben, dass das ein gutes Projekt ist“, sagte J. Lachner und verwies auf den emotionalen Anreiz zur Geschwindigkeitsreduzierung, den das Display biete.

Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen, bezeichnete den Einsatz der Dialog-Displays als wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und weist auf den Leitsatz der Verkehrswacht „Wir helfen im Straßenverkehr“ hin, mit dem sie sich zur Aufgabe gemacht habe, Verkehrsunfälle zu vermeiden, und merkt an, dass dieses Ziel aufgrund präventiver Maßnahmen angestrebt werden solle. Die Dialog-Displays seien dabei ein wichtiger Baustein, um die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern. Der Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer sei von großer Bedeutung. Hauptursache seien Geschwindigkeitsverstöße, durch die diese gruppe der Verkehrsteilnehmer vor allem innerhalb von Ortschaften gefährdet sei. Die dynamische Anzeige des Displays wecke die Aufmerksamkeit des Fahrers und trage zur besseren Wahrnehmung von Hinweisen bei. Die positive Beeinflussung eines Fahrers durch „Belohnung“ in Form eines „DANKE“ sei effektiver als eine „Bestrafung“ durch ein ermahnendes „LANGSAM“. Durch die individuelle Rückmeldung fühle sich der Fahrer persönlich angesprochen. Außerdem registriere das Umfeld sein Verhalten, so dass sich dieser beobachtet fühlende Fahrer angepasst verhalte. Selbst wenn durch den Einsatz der Dialog-Displays nur ein einziger Verkehrsunfall im Einzugsbereich einer Schule oder Kita verhindert werde, habe sich deren Einsatz gelohnt.

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