News Übersicht – Landesverkehrswacht Hessen e.V.

Mit dem Wohnwagen sicher in den Urlaub

Schlafplatz im Schlepptaumit dem wohnwagen in den urlaub

Viele Menschen machen Urlaub mit Caravan oder Wohnwagen. Die besonderen Fahreigenschaften eines Caravans erfordern mehr Umsicht vom Fahrer. Nicht nur das Fahren eines Gespanns ist anspruchsvoller, aber auch die richtige Verteilung der Ladung ist für eine sichere Fahrt wichtig, so Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen und Richter a.D.

Fahrzeug checken

Caravan-Urlaube sind in der Regel Sommerurlaube. Die meiste Zeit des Jahres stehen sie auf einem Ruheplatz, sodass sie vor Gebrauch durchgecheckt werden müssen. Funktionieren Elektro- und Wasseranlage? Sind auch Türen und Fenster noch dicht? Kontrollieren Sie außerdem Kupplung, Beleuchtung und den Zustand der Reifen. Letztere sollten über eine ausreichende Profiltiefe von etwa 4 Millimetern verfügen und nicht älter als 6 Jahre sein – sonst erlischt die Berechtigung für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Normalerweise darf ein Gespann mit höchstens 80 km/h bewegt werden, auch wenn Reifen und Anhänger für eine höhere Geschwindigkeit geeignet sind. Wenn das Zugfahrzeug allerdings über ABS verfügt und die zulässige Gesamtmasse des Anhängers unter dem Leergewicht des Autos liegt, kann der Fahrer eine Genehmigung für Tempo 100 bekommen.

Fahrverhalten ändert sich

Mit einem Caravan verändert sich das Fahrverhalten des Autos spürbar, denn das höhere Gewicht beeinflusst Bremsweg und Beschleunigung. Auch verlangen die Dimensionen des Anhängers eine angepasste Fahrweise, da er meist höher und breiter ist als das Zugfahrzeug. Dadurch verschlechtert sich die Sicht nach hinten, was mit speziellen Seitenspiegeln ausgeglichen wird. Die Größe beeinflusst auch den Kurvenradius und macht das Gespann anfälliger für Seitenwind. Der Fahrer muss dies vor allem bei eventuellen Überholvorgängen berücksichtigen und darf nicht zu früh einscheren. Beim Rangieren ist eine zweite Person zum Einweisen immer von Vorteil.

Richtig Verstauen

Grundsätzlich sollte im Anhänger alles fest verstaut sein, sodass bei einer Kurvenfahrt oder Gefahrenbremsung nichts herumfliegt. Schwere Dinge werden nach unten und in die Nähe der Caravan-Achse gepackt, um den Anhänger bei der Fahrt stabil zu halten. Wichtig ist, das Gewicht von Auto und Caravan im Auge zu behalten, um eine Überladung zu vermeiden. Auch das Gewicht der Insassen ist zu berücksichtigen – ein Blick in die Papiere lohnt sich, um zu prüfen, wieviel „Anhang“ gemäß der Stützlast überhaupt gezogen werden darf.

Wieviel Anhang ist erlaubt?

Generell darf jeder Inhaber der Fahrerlaubnis-Klasse B einen Anhänger bis 750 Kilogramm ziehen. Ist der Anhänger schwerer, darf das Gesamtgewicht des Gespanns 3,5 Tonnen nicht überschreiten. Da in einem Caravan schwere Dinge wie Gepäck und Ausstattung mitgeführt werden, sind die Grenzwerte schnell erreicht. Allerdings kann der Fahrer mit der Zusatzqualifikation B96 ein Gespann bis 4,25 Tonnen Gesamtgewicht bewegen. Dazu sind zusätzliche Überprüfungen in Theorie- und Praxiseinheiten in einer Fahrschule nötig. Eine Prüfung ist jedoch Voraussetzung nicht. Ist der Anhänger noch schwerer, ist die Fahrerlaubnis-Klasse BE notwendig, mit der bis zu 3,5 Tonnen gezogen werden dürfen.
Das Gewicht des Zugfahrzeugs darf jedoch in keinem Fall 3,5 Tonnen überschreiten.

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Verkehrssicherheit - eine europäische Aufgabe

Parlamentarischer Abend von DVW und DVR in der Österreichischen Botschaft in Berlin

Was hat der Verkehrsunfall um die Ecke mit Europa zu tun? Eine ganze Menge: hier vor Ort muss sich etwas ändern, damit das neue EU-Ziel zur Halbierung der Zahl an Schwerstverletzten in der nächsten Dekade erreicht werden kann.

Warum soll man nicht von den europäischen Nachbarn lernen und erfolgreiche Strategien konsequent kopieren? Bei allen nationalen und regionalen Gegebenheiten, Vorschriften oder Gewohnheiten – es geht immer darum, dass alle sicher ankommen. Doch genau das, die Vision Zero, kann nur gelingen, wenn Verkehrssicherheit über Zuständigkeitsgrenzen hinweg verwirklicht wird.

Auch aus den sich stetig über nationale Grenzen hinweg erweiternden Wirtschaftsbeziehungen und Tourismus ergeben sich nicht nur internationale Regelungen für Infrastruktur, Transport- und Reiseverkehr, sondern auch für Verkehrssicherheitskonzepte. Darüber haben die Deutsche Verkehrswacht (DVW) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) auf ihrem gemeinsamen Parlamentarischen Abend diskutiert, unter dem Motto „Verkehrssicherheit – eine europäische Aufgabe“.

Es herrscht ein reges Interesse an der Verkehrssicherheit, sagte DVW-Präsident Prof. Kurt Bodewig in seiner Begrüßungsrede, in der er auf die an die knapp 160 Gäste im Botschaftsgebäude wies.

Auch Mag. Andreas Somogyi betonte die Wichtigkeit des Dialogs der europäischen Nationen. Er hieß als Gesandter und stellvertretender Missionschef der Botschaft ebenfalls alle Gäste in seinem Haus herzlich willkommen.

Von der Generaldirektion Verkehr der Europäischen Kommission kam die stellvertretende Referatsleiterin Wiebke Pankauke. Sie gab einen Input zum Thema „EU-Ziele zur Verkehrssicherheit und was Deutschland und Österreich dafür tun müssen“.

Zum „Gespräch mit den Nachbarn“ war ein Vertreter aus  Dänemark geladen. Im Interview sprach der Moderator der Veranstaltung, Marco Seiffert, mit Klaus Bondam, Direktor des dänischen Fahrradverbandes und Vorstand des Danish Road Safety Council. Er hob vor allem den positiven Wert eines starken Fahrradverkehrs hervor. Angesichts des wachsenden Radverkehrs in Deutschland und den damit einhergehenden Aufgaben für Infrastruktur und Verkehrssicherheit könne Dänemark ein Vorbild und eine Blaupause sein, so Bondam.

In der anschließenden Podiumsdiskussion „Verkehrssicherheit – eine europäische Aufgabe für uns alle“ diskutierten die Bundestagsabgeordneten Daniela Kluckert von der FDP und Kirsten Lühmann von der SPD, sowie Prof. Dr. Peter König vom Institut für Fahrzeugtechnik der Hochschule Trier und Dr. Christoph Wilk, der die Abteilung Verkehr im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung leitet.

In seinem Fazit ging DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf auf einzelne Höhepunkte der Diskussion ein, beispielsweise eine bessere internationale Vernetzung.

Im anschließenden Come-together fand Präsident K. Ruppelt die Gelegenheit, sich mit Frau Dr. Rita Bourauel, Chefredakteurin des Verkehrswachtmagazins, über die Veranstaltung aber auch die gemeinsame Gestaltung des Magazins auszutauschen.

 

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Geschwindigkeitskontrolle

An der Idsteiner "Kita Tabaluga" misst Dialog Display Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer

von links: Bgm Herfurth, K. Ruppelt, T. Al-Wazir, J. Lachner

Wenn der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir gemeinsam mit dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Hessen, dem Vorstandsmitglied des ADAC Jürgen Lachner und dem Bürgermeister der Stadt Idstein Christian Herfurth auf einer Leiter gegenüber der Idsteiner Kindertagesstätte Tabaluga steht, bremsen die vorbeifahrenden Autofahrer schon automatisch ab. Ende April haben sie dazu aber einen doppelten Grund: Denn die Protagonisten stehen unmittelbar unter einem neuen Dialog-Display, das in der Tempo-30-Zone je nach Geschwindigkeit der Wagenlenker reagiert. Mit einem lachenden oder grimmigen Smiley beurteilt das Dialog-Display das Fahrverhalten der motorisierten Verkehrsteilnehmer nach dem Motto: .Dialog-Displays sorgen für Sicherheit

Hintergrund der Aktion ist, dass das Verkehrsministerium, der ADAC und die Landesverkehrswacht bereits im vergangenen Jahr alle 426 hessischen Städte und Gemeinden angeschrieben und auf die Aktion mit dem Slogan „Ein Smiley für die Verkehrssicherheit“ hingewiesen hatten.
Das Interesse an der Aktion war überwältigend: 287 Gemeinden hatten sich als Standort beworben. Unter diesen Kommunen wurden in 2017 und nunmehr in 2018 jeweils 48 zur Verfügung stehende Dialog-Displays verlost.
„Wir hatten im vergangenen Jahr 213 Verkehrstote in Hessen zu beklagen. Das sind 213 zuviel. Die meisten Verkehrsunfälle, nämlich 70 Prozent, passieren innerorts. Hauptursache sind zu schnell fahrende Verkehrsteilnehmer. Das Dialog-Display ist eine einfache Möglichkeit, die Autofahrer darauf hinzuweisen, sich an die bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten“, beurteilt Al-Wazir. Der Minister setzt auf dieses Lob- und Tadel-Display, weil die daraus resultierenden Folgen aus der Anzeige wissenschaftlich belegt seien. Beleg für des Ministers Aussage: Tatsächlich verringern alle Autos ihre Geschwindigkeit vor der Idsteiner Kindertagesstätte, wenn sie die negative Rückmeldung vom Dialog-Display erhalten.

„Wir von der hessischen Landesverkehrswacht wissen inzwischen von Anwohnern und Autofahrern, dass diese Displays sehr hilfreich sind. Dieser Erfolg entspricht dem Motto der Verkehrswacht: Wir helfen im Straßenverkehr. In dem Bereich, wo vorher gerast wurde, ist nach Installation eines Displays die Geschwindigkeitsübertretung um etwa 30 Prozent zurückgegangen“, bemerkt Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht.

„Wir haben uns um ein Dialog Display beworben und Glück gehabt. Es gibt viele Stellen im Stadtgebiet, wo wir es wechselweise montieren können“, sagt Idsteins Bürgermeister Christian Herfurth.

Nach dem erfolgreichen Start der Aktion im vergangenen Jahr wird die Verkehrssicherheitsaktion des Landes in diesem Jahr fortgesetzt: Neben Idstein erhalten in dieser zweiten Runde noch 47 weitere hessische Kommunen moderne Dialog-Displays. Die Kosten von insgesamt 75 000 Euro werden vom Hessischen Verkehrsministerium und dem ADAC Hessen-Thüringen übernommen. Die Landesverkehrswacht Hessen unterstützt gemeinsam mit den 31 örtlichen Verkehrswachten die Aktion und  begleitet die Kommunen insbesondere bei der Auswahl des sinnvollsten Standorts.

Als Standort für das Dialog-Display wurde gemeinsam mit Bürgermeister Christian Herfurth die Kindertagesstätte Tabaluga ausgewählt. Alle Fahrzeuge, die schneller als Tempo 30 fahren, bekommen ab sofort ein grimmiges Smiley angezeigt. Die anderen ernten ein freundliches Lächeln. Die Dialog-Displays messen die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit eines Verkehrsteilnehmers. Die Anzeige erfolgt anhand eines „Lob- und Tadel-Prinzips“. Wird die zulässige Geschwindigkeit nicht eingehalten, erfolgt zwar keine Ahndung durch die Polizei, aber eine direkte Rückmeldung mit einem grimmigen Gesicht.

„Wir wissen aus einer Studie von Unfallforschern, dass durch den Einsatz von Dialog-Displays die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen beispielsweise vor Schulen und Kindergärten dauerhaft gesenkt werden kann“, so Minister Tarek Al-Wazir

Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen: „Selbst wenn wir durch die Dialog-Displays nur einen einzigen Unfall verhindern, hat sich der Einsatz schon gelohnt. Die Dialog-Displays sind ein wichtiger Baustein, um die Verkehrssicherheit weiter zu erhöhen. Die örtlichen Verkehrswachten präsentieren öffentlichkeitswirksam gemeinsam mit den Kommunen die Vorstellung der Dialog Displays und bieten ihre Unterstützung bei dem verkehrssicherheitsstrategischen Wechsel der Einsatzorte der Geräte und der Auswertung des Verhaltens und der Reaktion der Autofahrer an.“

Jürgen Lachner, Vorstandsmitglied für Verkehr, Technik und Umwelt des ADAC Hessen-Thüringen, erklärt den großen Effekt, den diese Dialog-Displays auf die Autofahrer haben. „Wir unterstützen den Einsatz von Dialog-Displays in Hessen sehr gern, denn der Smiley führt beim Verkehrsteilnehmer oft zu einer als Herausforderung verstandenen Reaktion, die einen emotionalen Anreiz bieten kann, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Wir freuen uns – zusammen mit den 48 Kommunen – auf möglichst viele lachende Gesichter und ein großes Plus an Verkehrssicherheit.“

„Unser Ziel ist es, die Verkehrssicherheit insbesondere vor Kindergärten, Schulen, Alten- und Pflegeheimen zu erhöhen. In diesen jeweiligen Einzugsbereichen können seit einer Änderung der Straßenverkehrsordnung im Dezember 2016 auch Tempo-30-Beschränkungen auf Hauptverkehrsstraßen einfacher eingerichtet werden“, so Al-Wazir.

von links: K. Ruppelt, Bgm Herfurth, T. Al-Wazir,  J. Lachner, Th. Hintersehr

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