News Übersicht – Landesverkehrswacht Hessen e.V.

Trübe Aussichten

PKW-Beleuchtung bei Nebel richtig einsetzen

Zwar sank laut Statistischen Bundesamt in 2016 die Zahl nebelbedingter Verkehrsunfälle im Vergleich zum Vorjahr von 661 auf 542. Allerdings stieg die Zahl der Getöteten im Vergleichszeitraum um ein Drittel an. Um das Unfallrisiko bei Nebelfahrten zu mindern, kommt es auch auf den richtigen Einsatz von Nebelscheinwerfern und Nebelschlussleuchte an.

Den Schleier lichten

Wenn die Sicht durch Nebel, Regen oder Schnee erheblich eingeschränkt ist, müssen Autofahrer auch am Tag das Abblendlicht einschalten. Auf Landstraßen ist das etwa bei einer Sichtweite von unter 100 Metern, auf Autobahnen unter 150 Metern der Fall. Nur bei diesen Verhältnissen dürfen auch die Nebelscheinwerfer eingeschaltet werden. Das Fernlicht ist im Nebel eher ungeeignet. Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen und Richter a.D. „Der Fahrer sollte das Fernlicht bei dichtem Nebel ausgeschaltet lassen“. Die feinen Wassertropfen reflektieren den Schein so stark, dass er dadurch eher geblendet wird. Nebelscheinwerfer bringen eine bessere Sicht.nebelrückleuchte

Zusätzliche Sicherheit geben Nebelschlussleuchten. Sie dürfen aktiviert werden, wenn die Sicht weniger als 50 Meter beträgt. Durch die Nebelschlussleuchten hat der Hinterherfahrende  eine bessere Orientierung. Umgekehrt blenden aber die sehr hellen roten Nebelschlussleuchten schnell und müssen daher bei einer Sichtweite von mehr als 50 Meter wieder ausgeschaltet werden.

Abstand und Tempo anpassen

Bei Nebel heißt es, Abstand halten, um Kollisionen zu vermeiden. Auch bei langsamer Fahrt ist es empfehlenswert, eine Lücke von mindestens 25 Meter zum Vordermann einzuhalten. Bei Fahrten auf der Landstraße oder Autobahn geben Leitpfosten Orientierung; sie stehen in einem Abstand von 50 Metern.  Auch das Tempo muss den Witterungsbedingungen angepasst werden. Beträgt die Sichtweite allerdings weniger als 50 Meter, gilt eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Der Autofahrer muss im Herbst und Winter mit Nebelbänken rechnen und seine Fahrweise immer auch der Witterung anpassen.

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Das Problem mit der Rettungsgasse

Spitzentreffen Verkehrswacht – Feuerwehrverband

Die Spitzen der beiden Verbände, Deutsche Verkehrswacht und Deutscher Feuerwehrverband sprachen jüngst über Grundfragen der Verkehrssicherheit mit dem Schwerpunkt Rettungsgasse.

Ein Kernthema war das Verhalten von Verkehrsteilnehmern nach einem Unfall. Trotz vereinfachter Regelungen wird die Rettungsgasse zu oft falsch oder gar nicht gebildet. Dadurch ist es für die Rettungskräfte, so auch der Feuerwehr schwierig, zur Unfallstelle durchzukommen.

Bei einem schweren Unfall können Sekunden über das Schicksal eines Menschen entscheiden. Wer Rettungskräfte bewusst behindert, nimmt in Kauf, dass sie zu spät eintreffen und keine Hilfe mehr leisten können. Aber: Strafen alleine helfen nicht. Die Menschen müssen noch besser aufgeklärt werden, damit sie im Ernstfall schnell und richtig handeln und eine Rettungsgasse bilden. Es wird angeregt, dass der Hinweis auf Rettungsgassen auch in Navigationsgeräten gegeben wird. Dem Bundesverkehrsministerium liegt eine Aufforderung des Feuerwehrverbandes vor, dass eine entsprechende Meldung bei Stau eingeblendet werden soll

Die Verkehrswacht weist darauf hin, so auch Klaus Ruppelt,  Präsident der Landesverkehrswacht Hessen und Richter a.D.: Bei einem Unfall eine Rettungsgasse zu bilden, muss eine Selbstverständlichkeit sein. Daher begrüßt die Verkehrswacht die deutlich angehobenen Strafen für Verkehrssünder, die die Rettungsgasse nicht bilden oder am Unfallort sensationslüstern gaffen. Dass jemand nicht hilft, ist schlimm, aber es ist gut, dass Gaffern auch vom Gesetz her eine klare Ansage gemacht wird.

Am 22. September 2017 hat der Bundesrat einer Verordnung der Bundesregierung zugestimmt. Diese sieht Geldbußen von mindestens 200 Euro, in schweren Fällen bis 320 Euro zuzüglich einem Monat Fahrverbot vor, wenn Autofahrer bei stockendem Verkehr auf Autobahnen keine Rettungsgasse für Polizei und Rettungskräfte bilden. Bisher waren lediglich 20 Euro fällig.

Während das Gaffen lange als Ordnungswidrigkeit galt und mit einem Bußgeld geahndet wurde, wird dieses Verhalten seit Frühsommer 2017 eine Straftat geahndet. Wer nun durch Gaffen an einer Unfallstelle oder Blockieren der Rettungsgasse auf der Autobahn die Versorgung von Verunglückten erschwert, kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe rechnen.

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Licht-Test-Wochen 2017 eröffnet

Verkehrsminister Al-Wazir, Vizepräsident Michael Kraft, Präsident Klaus Ruppelt und Vorsitzender Matthias Feltz eröffnen auf der IAA die bundesweit größte Verkehrssicherheitsaktion.

Unter dem diesjährigen Motto „Licht-Test-Wochen 2017“ eröffneten Staatsminister Tarek Al-Wazir und der Vizepräsident des KFZ-Gewerbes Hessen Michael Kraft unter Beteiligung des Präsidenten der Landesverkehrswacht  Hessen Klaus Ruppelt und des  Vorsitzenden des ADAC Hessen-Thüringen Matthias Feltz am 15. September auf der IAA Frankfurt die zum 61. Mal bundesweit stattfindende  Verkehrssicherheitsaktion „Licht-Test-Wochen“.

Am 1. Oktober ist es wieder so weit. Der „Licht-Test“ ist weiterhin die bundesweit größte Verkehrssicherheitsaktion und ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Der Licht-Test wird u.a. vom Deutschen Kraftfahrzeuggewerbe und der Deutschen Verkehrswacht organisiert mit Unterstützung durch den ADAC.

Einen Monat lang, vom 1. bis 31. Oktober, können Autofahrer die Beleuchtungsanlagen ihres Fahrzeuges unter anderem in den Meisterbetrieben der Kfz-Innungen kostenlos überprüfen und bei Bedarf korrigieren lassen.

Jahr für Jahr erobern immer mehr Autos mit technisch hochgerüsteten Lichtsystemen unsere Straßen, die unter Sicherheitsaspekten einer ganz anderen, anspruchsvolleren Betreuung bedürfen“, so Kraft. Deshalb gelte es, gemeinsam mit der Verkehrswacht und dem ADAC alle Register zu ziehen, um die Akzeptanz des Licht-Tests für die Sicherheit auf unseren Straßen weiterhin hochzuhalten.

Licht-Test-Wochen 2017 sind eröffnet

von rechts: Michael Kraft, Matthias Feltz, Tarek Al-Wazir, Klaus Ruppelt und Joachim Kuhn

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir: „Der letzte Licht-Test hat gezeigt, dass jedes dritte Fahrzeug mit einem Mangel an der Beleuchtungsanlage unterwegs ist. Das ist ein deutlicher Beleg dafür, wie notwendig diese Aktion für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer ist. Die Hessische Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Straßenverkehr sicherer zu machen. Deshalb appelliere ich an alle Autofahrer: Nehmen Sie am kostenlosen Licht-Test 2017 teil!“

Der Vizepräsident des Hessischen Kraftfahrzeuggewerbes, Michael Kraft, geschäftsführender Gesellschafter Neils + Kraft, Wetzlar/Gießen, unterstreicht die Wichtigkeit dieser Sicherheitsmaßnahme und lobte das Engagement der Kfz-Werkstätten: „Durch diese Aktion werden alle Autofahrer auf die dunkle und kalte Jahreszeit gut vorbereitet“, sagte der Vizepräsident und erklärte, dass mit bestandenem Licht-Test der Autofahrer die neue Licht-Test-Plakette für die Windschutzscheibe erhalte.

Tausende Spannbänder an verkehrsreichen Straßen und Brücken weisen Autofahrer auf den Licht-Test hin. „Die Verkehrswachten unterstützen die Aktion von Beginn an und stellen  alleine in Hessen über 700 Werbebanner für die Verkehrssicherheitsaktion zur Verfügung“, sagte Klaus Ruppelt, Vorsitzender Verkehrswacht Wetzlar, für die LVW, die dieses Projekt hessenweit finanziell und personell unterstützt und damit einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit auf Hessens Straßen leistet.

Matthias Feltz, Vorsitzender des ADAC Hessen-Thüringen, betont: „Seit vielen Jahren unterstützt der ADAC die Licht-Test-Wochen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass diese Aktion einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leistet, denn es wird nicht nur die Funktionstüchtigkeit sicherheitsrelevanter Technik geprüft, sondern auch die Sensibilität der Autofahrer für ein witterungsbedingt angepasstes Fahrverhalten im Straßenverkehr erhöht.“ 

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