News Übersicht – Landesverkehrswacht Hessen e.V.

Im Auto entspannt in den Sommerurlaub

Die LVW rät:  

Am 03. Juli beginnen in Hessen die Sommerferien. Viele Familien werden die Gelegenheit nutzen zu verreisen und fahren dann mit dem eigenen Auto in den Urlaub. Trotz aller Vorteile kann die Fahrt schnell zur Belastungsprobe werden. Nicht nur setzen lange Lenkzeiten dem Fahrer zu, Hitze und verstopfte Straßen erhöhen den Stresspegel aller Insassen. Die Verkehrswacht Wetzlar gibt Tipps, um Kind und Kegel entspannter ans Ziel zu bringen.

Auf die Plätze … Damit es keine bösen Überraschungen gibt, sollte das Fahrzeug vor der Fahrt gründlich gecheckt werden. Überprüfen Sie Öl- und Wasserstand, Scheibenwischer und Wischwasser, ferner Verbandskasten, Warndreieck und Warnweste.

Das Gepäck muss fest und sicher verstaut sein, so dass bei einem Bremsmanöver keine losen Elemente hin und her geschleudert werden und einen Insassen verletzen. Verstauen Sie die Gepäckstücke unbedingt so, dass Sie nach allen Seiten freie Sicht haben – die Heckablage ist keine Verlängerung des Kofferraums.
Wenn Sie den Kofferraum befüllen, nehmen Sie vorher den Verbandskasten, das Warndreieck und die Warnweste heraus. Diese Sicherheitsteile gehören oben auf das Gepäck oder an eine andere leicht zugängliche Stelle, damit sie im Notfall schnell zur Hand sind.

Kontrollieren Sie gründlich die Reifen. Das Profil der Reifen sollte mindestens vier Millimeter tief sein. Ein vollgepacktes Auto braucht zudem mehr Reifendruck. Messen Sie den Reifendruck vor der Fahrt, denn während der Fahrt verändert er sich und Sie gehen von einem zu hohen Wert aus. Ein richtig eingestellter Reifendruck verbessert nicht nur die Bodenhaftung, sondern spart auch Kraftstoff und verringert den Verschleiß.

… fertig … Denken Sie daran, ausreichend Getränke einzupacken, denn im Hochsommer sind Sie trotz Klimaanlage schnell dehydriert. Flüssigkeitsmangel kann Sie nervös und reizbar machen und dazu beitragen, dass Sie sich nicht mehr auf Ihre Fahraufgabe konzentrieren können. Leichte Snacks geben zusätzlich Energie.

Blenden vor den Fenstern im Fond schützen vor allem die empfindlichen Kinder vor direkter Sonneneinstrahlung. Vergessen Sie nicht, Spielzeug einzupacken, um den kleinen Mitfahrern die Langeweile zu vertreiben. Kuscheltiere, Lieblingsspiele und Lieblingsspielzeug können die Ungeduld der Kinder am ehesten mäßigen und die gefürchtete Frage „Wann sind wir endlich da?“ hinauszögern.

Nicht zuletzt muss Ihre Reiseroute klar sein, besonders Ausweichmöglichkeiten im Falle eines Staus. Planen Sie im Voraus Alternativrouten und hören Sie während der Fahrt regelmäßig den Verkehrsfunk ab. Manchmal ist eine Landstraße die bessere Wahl und schont die Nerven.

…los! Passen Sie Ihren Fahrstil und die Geschwindigkeit unbedingt den Gegebenheiten an. Ein höheres Fahrzeuggewicht verlängert beispielsweise den Brems- und damit auch den Anhalteweg und beeinflusst darüber hinaus auch das Kurvenverhalten.
Um nicht zu ermüden, sollte bei längeren Autofahrten spätestens alle zwei Stunden eine Pause eingelegt werden. Vertreten Sie sich die Beine, machen Sie ein Bewegungsspiel mit den Kindern und nehmen Sie ggfls. einen Fahrerwechsel vor. 

 

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Angespannt...

Mit Fahrradanhänger sicher radeln

Fahrräder werden immer mehr für den Transport von Gepäck oder Kindern genutzt. Neben den speziellen Lastenrädern ist der Fahrradanhänger eine günstige und flexible Alternative, da er an den meisten Fahrradmodellen angebracht werden kann. Wer mit solch einem Gespann sicher unterwegs sein möchte, muss vor allem auf eine verkehrssichere Ausstattung achten. Aber auch die besonderen Fahreigenschaften sollte jeder im Blick behalten, um sich und andere nicht zu gefährden.

Ist ein Radfahrer mit Anhänger unterwegs, muss er sein Fahrverhalten diesem Umstand anpassen. Die Länge des Gespanns vergrößert den Kurvenradius. Bei zweirädrigen Anhängern muss er auch dessen Breite einplanen und kann z. B. nicht mehr durch enge Lücken fahren. Durch seinen tiefen Schwerpunkt rollt der Anhänger zwar relativ stabil, trotzdem kann ein Bordstein ein Hindernis darstellen, das das Gleichgewicht stört – dem Radfahrer ist dann zur vermehrten Vorsicht geraten, um ein Umkippen zu vermeiden. Eine gleichmäßige Verteilung der Ladung ist besonders wichtig.

In keinem Fall darf ein Radfahrer das höhere Gesamtgewicht unterschätzen, gerade beim Anfahren oder beim Benutzen einer Straße mit Gefälle. Auch beim zügigen Abbiegen wirken größere Fliehkräfte, die das Zugfahrrad zur Seite drücken können.
Der Bremsweg verlängert sich ebenfalls durch die höhere Masse. Wichtig ist immer, den Anhänger nicht zu überladen, weil dadurch die Bremsen überfordert werden. Maximal 40 Kilogramm dürfen zugeladen werden, wenn der Hersteller nicht sogar weniger vorschreibt. Vor allem bei Lastenanhängern mit einer sogenannten Hochdeichsel, die in Sattelnähe am Rahmen befestigt wird, muss die Verzögerung vorsichtig dosiert werden, sonst schiebt der Anhänger das Hinterrad hoch und der Bodenkontakt geht verloren.  

Bei einer Tiefdeichsel besteht jedoch dieses Problem nicht. Sie wird auf Höhe der Fahrrad-Achse angebracht und ist bei Anhängern für die Mitnahme von Kindern vorgeschrieben. Bis zu zwei Kinder unter sieben Jahren dürfen in dafür vorgesehene Anhänger transportiert werden. Für Kinder mit Behinderung gilt die Altersgrenze nicht. Wird nur ein Kind transportiert, sollte es in der Mitte platziert werden, um das Gewicht gleichmäßig zu verteilen.

Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen:„Kinder sind im Fahrradanhänger sicher untergebracht; sie sitzen bequem und sind durch den Aufbau gut geschützt. Dabei müssen sie immer angeschnallt sein und die vorgeschriebene Körpergröße als auch das Körpergewicht eingehalten werden. Zudem ist es sinnvoll, dass auch Kinder im Anhänger einen Schutzhelm tragen.“

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Heuschnupfen

Mit Heuschnupfen:
Vorsicht im Straßenverkehr

Pollenallergie ist die am häufigsten auftretende Allergieform in Deutschland.

Gräser, Baum- und Kräuterblüte führen ab dem Frühjahr bei etwa jedem Sechsten zu Heuschnupfen, das heißt zu geschwollenen und brennenden Augen oder Juckreiz. Das schränkt nicht nur die Lebensqualität ein; die körperlichen Beeinträchtigungen können im Straßenverkehr gefährlich werden. Auch die Einnahme von Antihistaminika kann problematisch sein.

 Wer unter heftigen Allergiesymptomen leidet, fühlt sich oft matt und müde,unkonzentriert und reaktionsschwach. Geschwollene Augenlider können tränen und schmerzen – sich in diesem Zustand hinters Steuer zu setzen, ist riskant. Auch eine Nies-Attacke bei der Autofahrt ist nicht zu unterschätzen, denn beim Niesen schließt man die Augen und ist so im „Blindflug“ unterwegs, also nicht mehr fähig, in angemessener Weise auf die Verkehrssituation zu reagieren.

 Klaus Ruppelt, Präsident der Landesverkehrswacht Hessen: „Generell sollte jeder Verkehrsteilnehmer seine Fahrtauglichkeit immer selbstkritisch prüfen. Wer also krank ist oder starke allergische Reaktionen zeigt, muss sich ganz genau fragen, ob er fit für den Straßenverkehr ist so in der Lage ist bedenkenlos am Straßenverkehr teilzunehmen. Auch wenn Medikamente eingenommen worden sind, heißt es, einen Gang zurückzuschalten.“

 Die meisten lokal angewendeten Arzneien wie Augen- oder Nasentropfen sind unbedenklich für die Fahrtüchtigkeit. Allerdings zeigen einige stärkere Allergiepräparate wie Histamin-Rezeptorblocker (Antihistaminika) sedierende Nebenwirkungen und vertragen sich nicht gut mit einer aktiven Verkehrsteilnahme.

Besonders bei Antihistaminika der 1. Generation ist es besser, sie abends einzunehmen, da sie ermüden und schläfrig machen.

Bei Behandlung von Allergien wie Heuschnupfen ist es wichtig, mit dem Arzt oder dem Apotheker die Menge und Dauer der Einnahme zu besprechen und Nebenwirkungen sowie den Einfluss auf ihre Fahrtauglichkeit zu erfragen. Generell ist zu mehr Vorsicht geraten, wenn die Medikation begonnen bzw. das Präparat gewechselt wird. Alkohol sollte nie mit Antiallergika kombiniert werden.

Allergiker sind gut beraten, in ihrem Auto hochwertige Pollenfilter zu installieren. Darin verfangen sich Staub und Pollen und werden abgehalten, mit der Luft nach innen zu fließen. Da die Leistungsfähigkeit der Filter mit der Zeit nachlässt, sollten sie möglichst jedes Jahr gewechselt werden – sinnvollerweise, bevor die Pollen fliegen.

heuschnupfen - pollen

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